Freitag, 20. März 2009
Stufenbett, Tiger Balm, heiße Rolle und eine Bestellung
"Er ruft an... er sei in München. Wie auf einem überdimensionalem Bildschirm sehe ich den Raum, in dem er sich aufhält. Alles ist rot, wunderschöne Tapeten mit Mustern, alte Möbel, aber alles, was aus Stoff und Leder ist, ist tiefrot. Er rennt mit dem Telefon in der Hand wie ein Wahnsinniger im Zimmer herum. "Sie hat etwas bestellt", sagt er. "Es soll in einer Woche kommen. Dann schnappt die Falle für mich zu". Er ist panisch, er erzählt von seinen schrecklichen Lendenwirbelsäulenschmerzen und fragt mich, was er dagegen machen soll. Ich bin eher emotionslos: "Stufenbett, Tiger Balm, heiße Rolle", antworte ich. Dann erzählt er, dass er dabei ist, seinen Job zu verlieren. Ihre "Bestellung" mache ihm die Rückenschmerzen. Er möchte es nicht haben. Ich bin immer noch emotionslos und frage mich, warum er gerade mir so etwas erzählt. Zwischen meinem "Raum" und seinem poppt sie auf einmal hervor, auch mit einem Telefon in der Hand. Sie ist wie eine Schaffnerin oder eher wie eine Polizistin angezogen, sehr verspannt und läuft ebenfalls hin und her. Sie telefoniert gerade mit der "Bestellannahme". "Nein! Nein" Nein! Es muss in einer Woche da sein!!! Wehe es verspätet sich". Dann merkt sie, immer noch ohne uns zu sehen, dass er mit mir Kontakt aufgenommen hat. Sie verliert die Kontrolle und fängt an, so richtig auszurasten und befiehlt ihm aufzulegen (immer noch am Telefon). Sie würde sonst die Bestellung rückgängig machen. Er faltet hoffnungsvoll die Hände, traut sich aber nicht, etwas zu sagen. Anscheinend soll ich das übernehmen, na-na-na, das machst Du schön selbst. Er weint und fragt mich erneut, was er tun soll. "Wie ich schon sagte: Stufenbett, Tiger Balm, heiße Rolle", mir ist die Story egal, aber so langsam bekomme ich doch Mitleid mit ihm. "Nein", schreit er, "wegen ihrer Bestellung, wie kann ich das aufhalten...was kann ich dagegen tun?". "Stufenbett, Tiger Balm, heiße Rolle", mehr fällt mir wirklich nicht ein. "Und wenn alles nichts hilft, dann trink doch Lemongrasstee", ergänze ich. Ich weine auch, aus Mitleid und lege auf.
Donnerstag, 19. März 2009
Mum?
Ich träume von ihr, nachdem mir klar geworden ist, dass ich mich in sie verliebt habe. Sehr vertrackte Situation, denn in der Konstellation mit ihrem Partner und meinem, ist es purer Horror, er (ihrer) ist ja sehr zwanghaft und neigt bei Kontrollverlust unvorgesehene Dinge zu machen, es fühlt sich dann so an, als würde er einen am liebsten tot sehen, exekutieren. Ich halte mich von ihnen fern, denn mir sieht man Verliebtsein sofort an. Zurück zum Traum. Sie ist in meiner Wohnung. Ich frage sie, was das Ganze soll, warum ausgerechnet sie? Will ich etwas kontrollieren oder zerstören, frage ich mich selbst...geht es mir darum, zu siegen? Meine Gefühle sagen mir aber etwas anderes als mein Kopf, sie sind viel reiner, nein es ist die Liebe, aber sie fühlt sich nicht mehr so an wie früher. Mir wird bewusst, dass wahre Liebe kein Geschlecht kennt, sie ist universal und ich fühle mich nicht wie eine Lesbe. Ich frage sie, wie es ihr geht. Sie sagt, das mit mir käme für sie in der menschlichen Realität nicht in Frage. Sie hätte es bis heute nicht geschafft, ihren Machtanspruch an ihre Partner zu überwinden. Sie habe einen Weg gefunden, wie es gut funktioniert und den Mann dazu. Ich möchte wissen, was das für ein Weg sein soll. Sie sagt, dass sie sich wie eine Prinzessin fühle. Sie sei charmant, kommunikativ und wisse, "wo die Luft warm rauskäme". Sie habe sich wieder jemanden ausgesucht, dem sie das Gefühl gäbe, ein König zu sein und habe ihm geholfen, sein Leben so zu regeln, dass er ihr ein gutes Leben ermöglichen kann, damit sie endlich ihr zur Ruhe kommen kann. Dabei wisse sie, dass sie die wahre Königin sei. Eher sein will. Ich frage nochmal nach: So blöd kann er nicht sein. Sie lacht...Du selbst weisst es besser als ich mit den schizoiden Persönlichkeitsstörungen. Sie haben ein Kopflabyrinth, ich habe mich da durchgekämpft. "Wie denn das?" Ich bin baff. Na ja, sagt sie. Er beobachtet lange, er entscheidet erst dann, wenn er sicher ist, dass er einen kontrollieren kann und dass die Person ihm "ergeben" ist, auch wenn er im Zwischenbewusstsein erstrebt, von der Frau den Weg vorgegeben zu bekommen. Er baut über mich eine Brücke zu der Gesellschaft, die ihm erstrebenswert erscheint. "Benutzt er Dich?". "Na ja", sagt sie nochmal, "ich würde es Geschäft nennen". "Was ist mit Liebe?", ich bin verstört. "Das ist Liebe, für uns. Er ist so etwas wie ein Sohn", entgegnet sie. "Und warum verliebe ich mich in Dich? Du könntest mich nie manipulieren". "Du bist wie eine Tochter", kommt die überraschende Antwort. "Das muss ich erstmal sacken lassen", ich bin wirklich verstört. Was habe ich denn für einen queren Ödipuskomplex ( mein Verstand ist wieder da). Trotzdem fühle ich die Liebe zu ihr. Es fühlt sich frei an, frei, weil ich anscheinend etwas in mir überwunden habe...etwas, was mit ihr oder ihm nicht wirklich zu tun hat. Das, was sie wohl nicht macht...Die Überwindung des Egos, der Macht und der Kontrolle. Ich komme mir so vor, als sei ich sein gesamtes ungelebtes seelisches Potenzial und dass sie mich in der Realität deswegen nur bekämpfen würde. Ich entscheide mich, sie loszulassen. Ihre ist nicht meine Welt und soll es auch nie werden. Ich kann nicht zurück... nicht nachdem ich diese Liebe gefühlt habe.
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