Emanzipation. Was für ein unästhetisches Wort. Vielleicht ist die Phonetik auch ein Grund, dass ich mich nie mit diesem Begriff anfreunden konnte. In unserer Zeit über Wörter wie Emanzipation und Gleichstellung nachdenken zu müssen, empfinde ich persönlich als sehr lästig. Natürlich; es gibt unterdrückte Frauen. Es gibt staatlich abgesegnete Misshandlung von Frauen. Es gibt subtile Frauenfeindlichkeit in so genannten klassischen männerdominierten Berufen und es gibt auch (meiner Meinung nach meist halt- und hirnlose) Gender- Forschung, die durch ihren Inhalt die Entwicklung in der Köpfen mehr zurückwirft als legale Prostitution. Mal ehrlich, egal ob eine Publikation bei Science oder Nature erscheint... die meisten müssten doch wissen, warum eine Redaktion eine eingereichte Arbeit für einen Druck Wert hält. Die meisten Publikationen dieser Art beziehen sich auf in vitro- Versuche oder ein kleines randomisiertes Kollektiv an Versuchsobjekten.
Es ist ja schön und gut, dass sich die Frauen anderthalb Generationen vor uns aufgebäumt und sich zusammengeschlossen haben. Es ist gut, dass sie damals auch mal radikale Wege beschritten haben, um etwas zu bekommen, was eigentlich selbstverständlich sein müsste. Es ist gut, dass sie für etwas gekämpft haben, was bei ihren gluckenhaften Geschlechtsgenossinnen mehr auf Widerstand gestoßen ist als bei ihren Männern. Bei der Weiterführung dessen haben wir aber versagt. Uns stünde jetzt vielleicht die Aufgabe zu, die Detonationsopfer von damals zu verbinden, sie wieder liebevoll aufzufangen und die Radikalität, die in den Gehirnen vieler noch besteht, in sanftere Bahnen zu lenken. Vor allem bei den Männern, die durch so viel aufgestauten Hass ihnen gegenüber, sich zu so genannten androgyne assholes entwickelt haben und den angeblich so starken Jetzt- Zeit- Frauen mit ihrem Weichei- Grauzonendasein mächtig auf den Keks gehen. Von den weiterhin existenten testerondurchtränkten Primaten kann man sich ja besser abgrenzen. Ja, in sanftere Bahnen. Wer sagt denn, dass Frauen sich immer noch zusammenschließen müssen, um ihre Forderung nach Kind, Karriere und Freizeit durch zu setzen. Ist es wirklich nötig, den Männerclubs ein Gegengewicht auf derselben Ebene zu bieten? Kinder haben zu wollen, ohne auf die Karriere zu verzichten, ist meiner Meinung nach nicht zwangsläufig ein Zeichen von wahrer Emanzipation. Das kann auch Minderwertigkeitskomplexen entspringen. Vorzeigefrauen auf einer Webseite zu zeigen, hat auf mich den gleichen Effekt wie dieses Foto. Nichts gegen den wissenschaftlichen Inhalt und den schönen beruflichen Lebensläufen, denn so sollte es ja sein.
Meine Frage ist: sind wir immer noch so rückständig, dass wir Interessengemeinschaften brauchen, um etwas zu propagieren, was wir für selbstverständlich halten? Der Teufel steckt doch im Detail. Was im Alltag wirklich gelebt und exprimiert wird, bedarf doch keiner Werbung. Man findet auch so Menschen, die ähnlich denken, fühlen und dieses auch leben. Nur so kann man sanft die Welt verändern. Selber vorleben.
Muss es denn wirklich sein, dass wir die Forderung stellen, nicht wie ein Mann sein zu müssen und trotzdem mit der Macht spielen wollen. Ja, Macht. Da es immer noch Damen gibt, die jammern, sie seien vollkommen hilflos, sage ich denen: selber Schuld. Frauen haben natürliche Macht. Sie bekommen Kinder und können ihre Erziehung so verkorksen, dass sie dieser Welt subtile Chauvinisten – sowohl Töchter als auch Söhne- schenken. Sie können ihren Mann psychisch so misshandeln, dass er denkt, er wird sie nicht los, ohne ausgenommen zu werden wie eine Weihnachtsgans oder dass er das eventuell ungreifbare Gefühl hat, er verlöre ein Elternteil, wenn sie ihn verlässt. Sie können Männer jederzeit der sexuellen Belästigung bezichtigen, so bald er ihre Schulter anfasst. Sie haben die subtileren Waffen. Da kann ein Mann schon in arge Bedrängnis kommen, wenn sich eine Dame so „weiblich“ verhält. Und dazu auch noch behauptet, sie sei hilflos. Und und und...
Ich denke, dass wir Frauen über das Ziel hinausgeschossen haben...direkt in unser eigenes Knie.
Da dieses Thema sehr vielschichtig ist und sich in allen Lebensbereichen niederschlägt, würde ich es gerne in mehrere Artikel aufteilen und nach Lust und Laune weiter schreiben. Liegt mir am Herzen, dieses Thema.
Donnerstag, 25. September 2008
Dienstag, 23. September 2008
Pferd gestohlen
Liebe Narzissten, Sadomasochisten, Voyeure, Spiegeleier, Politiker: bitte auch diesmal ohne Gewissenbisse weiterklicken, es sei denn, Ihr habt dieses Pferd gesehen und nicht wieder nur davon geträumt.
Alle anderen -auch lieben- Leser, das ist mal etwas anderes:
Ihr Pferd Laskan wird vermisst.
Doc Sarah Schons bittet um Mithilfe.
Danke.
Danke.
Samstag, 20. September 2008
Amsterdam
als Lebensmittelpunkt? Die Organisation dessen macht mir ein wenig Sorgen. Was gar nicht geht: kein Holländisch können. Versuche jetzt, die Sprache zu lernen und bin schon überfordert, denn es gibt ja noch mehr zu tun als das. Zusammengezählt lebe ich seit 26 Jahren in good old Germany und habe einige Städte mitgenommen. Auf die Frage, ob man in kurzer Zeit Metropole kennen lernen kann: Ja, das geht und nicht nur geographisch und kulturell. Kommt darauf an, ob man sich einlassen kann auf die Atmosphäre, die man einatmet. Hamburg ist und bleibt meine deutsche Lieblinggroßsstadt. Hier und sekundär in Berlin habe ich die interessantesten Kontakte geknüpft. Es fehlt mir hier an nichts, nur die Liebe sitzt in Amsterdam. Mal schauen, vielleicht muss ich gar nicht umziehen. Wollte mich eigentlich mal richtig verwurzeln.
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