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hat wohl jeder, der surft:). Kann mir gut vorstellen, dass viele in ihren Träumen ohne board surfen. Ganz ohne alles. Auf der Welle ohne etwas dazwischen stehen zu können und sie zu reiten, endlos, wie heftig sie auch sein mag. Sich eins mit der Welle zu fühlen, finde ich generell schwer mit dem Ding, auf dem ich stehen muss. In meinen Träumen ist das alles ganz anders. Ich stehe auf dem Wasser:), auf einmal steigt die Welle unter mir hoch, so richtig hoch und ich denke im Traum, ich würde es nicht packen und untergehen. Seltsamerweise kann ich es dann doch. Das Reiten hört erst dann auf, wenn der Wecker klingelt. Das sind die schönsten Träume. So ähnlich wie einfach so fliegen oder tauchen ohne Hilfsmittel. Im realen Leben ist nun mal alles begrenzt. Auch wenn man aus dem Wellenreiten Allegorien zum echten Leben entwickelt, weiss man doch, dass es nicht stimmt. Jeder Ritt ist irgendwann vorbei. Entweder ganz seicht am Ufer, durch einen Candleflight ins Wasser oder einfach Waschmaschine. So sehr ich gerade im Atlantik die Waschmaschine fürchte, ist sie eigentlich die phänomenalste Erfahrung und nicht das perfekte Shortboarden bis zum eleganten Abgang. Beim Niedergeschmettertwerden nicht zu "wissen", ob man je wieder auftaucht. Man "weiss" nie, ob man wieder auftaucht, jedoch eins "weiss" man immer: dass man irgendwann sterben wird, weil nur der physische Tod die einzig sichere Entität ist, die man in seinem körperlichen Leben auf jeden Fall erfahren wird; egal wann, egal wie. Man kann sich ein Haus kaufen, eine Frau, Tiere, Auto, was auch immer:). Es ist nie berechenbar, ob man das alles verliert. Nur den Tod verliert man nicht. Ich treffe Surfer, die ich niemals für Surfer halten würde, da ich mir nicht vorstellen kann, dass diese Menschen sich auf solch unberechenbare Manöver einlassen. Ich habe sie nie gefragt, ob sie, wenn sie von einer Welle total überwältigt werden, wirklich noch "denken" können, dass sie da heil rauskommen oder es ihrer Intuition überlassen. Surfen diese Leute nur, weil es "cool" ist oder weil sie etwas ihrem Willen unterwerfen wollen? Dann gibt es noch die "Radfahrer" oder "Zombies" unter Surfern:). Die fühlen ganz genau, was es da gibt, aber lassen sich emotional nie wirklich darauf ein. "Zombie" wegen der Analogie zu lebenden Toten, keine Passion.. nichts, wofür es sich eigentlich zu leben lohnt außer für den eigenen angesammelten Schmerz und das eigene Spiegelbild. Kann mir auch egal sein, solange sie meine "Welle" nicht blockieren wollen:).
Ich würde ( und habe) mich immer für das Leben entschieden, gerade weil uns der Tod so sicher ist. Er wird kommen, so oder so. Er ist sicherer als die Geburt- so mal ganz unspirituell dahergelabert. Viel sicherer als die Geburt, denn er kann noch vor dieser eintreten. Ich werde wieder irgendwann surfen, die Entscheidung vom letzten Jahr ist natürlich relativ. Davor aber möchte ich noch etwas im Leben. Ich habe einen Herzenswunsch, den ich gern erfüllt hätte. Erst dann gebe ich mich wieder einer Waschmaschine hin. Wenn es auch 18 Jahre dauert, bis ich wieder surfe. Mit allen Konsequenzen.
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