Hello.
Ich mache kein "Auftragsbloggen" mehr, d.h. mir erzählte Geschichten anderer vielfach gespiegelt in Ich- Form u.a. wiedergeben, deswegen passiert hier nicht mehr viel, aber dieser post ist eine Antwort auf die Frage zweier Menschen, deren hitzige Diskussion ich heute mitverfolgt habe. Es ging um Liebe, Leben und Tod und vieles mehr. Da ich ungern als Mediator fungiere, habe ich mich nicht eingemischt, weil es auch klar war, dass sich die beiden emotional und mental gegenseitig an ihre Grenzen getrieben haben. Nur eins haben sie nicht getan: eine Ebene gesucht, auf der sie sich leben und lieben lassen konnten (für die nicht Angesprochenen: das habe ich den beiden gegenüber kommuniziert und den post angekündigt). Und mich dann mit denselben Fragen bombardiert. Aber auf so einer aggressiven Ebene kann ich genau diese Themen nicht mehr diskutieren. Auf jeden Fall habe ich diese aggressive Stimmung mit nach Hause genommen und jetzt katalysiert.
Erstens:
Ich finde es anmaßend, dass man verbissen versucht, andere dazu zu bringen, sich mit dem Sinn des Lebens und den Tod auseinander zu setzen. Jeder hat seinen eigenes Tempo und wenn ein Freund eben noch keine Auseinandersetzung darüber wünscht, sollte es respektiert werden. Nicht jeder hat in einem Lebensabschnitt die spirituelle Weiterentwicklung fokussiert. Wenn jemand eben erst mal Karriere machen will, ist es doch o.k. Muss eine Freundschaft daran zerbrechen?
Zweitens:
Liebe ist...Jungs, das ist doch auch für jeden unterschiedlich. Für mich ist Liebe überall und wenn es um einem Partner geht: Es ist der Augenblick, indem die Sekunde ewig wird. Die Vergangenheit wird irrelevant, das Jetzt- und- Hier ist mit Zukunft verschmolzen, die Zeit existiert nicht mehr oder anders zum Nachvollziehen: sie steht still. Mit dem Wissen, dass es in 2 oder 20 Jahren anders sein kann, ohne dabei Verlustangst zu fühlen, geht eine Welt auf, in der man sich eben ein gesamtes Leben mit dieser Person vorstellen kann - Zukunft im Jetzt und Hier-. Das ist für mich der Unterschied zum Verknallt- oder Verliebtsein. Man ist bei sich, beim anderen und in dieser "Welt", die sich eröffnet, ohne Identitätsverlust, ohne Angst, ohne Spiegelung. Klar, es kommt der Alltag und vielleicht die Trennung. Aber versucht mal, dieses Gefühl abzurufen. Ist es wirklich Vergangenheit oder so lebendig? Liegt die Vision nicht nahe, dass es immer jemanden geben wird, mit der man das erleben kann? Man zieht immer die Person an, die einem seelisch gerade entspricht. Für die Singles: Nicht verzagen, wenn die Psyche pendelt, um sich auf einer bestimmten Existenzebene zu fixieren, bevor es wieder irgendwann losgeht, kann es sein, dass man eben niemanden findet. Und wenn, dann sind diese Beziehungen von Abhängigkeiten geprägt. Ich glaube, es wäre während Eurer erhitzten Diskussion nicht angekommen, mein Verständnis und Erleben. Da fehlte definitiv die Liebe... zum Leben.
Drittens:
Tod. Wie hier schon mal gebloggt: Was ist sicherer im Leben als der Tod? Der Zeitpunkt ist vielleicht nicht berechenbar, aber dass er eintritt, auf jeden Fall. Falls jemand diesen Zeitpunkt (bewusst, unbewusst, spirituell, aus Kontrollzwang heraus, was auch immer) berechnen möchte, wählt die Sicherheit im Freitod. Als Ärztin muss ich reagieren, als Mensch kann ich nicht werten. Ich sehe darin keine Identitätsspaltung. Das eine ist die Erwartung der Gesellschaft an Mediziner, der ich nachkomme, weil ich eben diesen Beruf ausübe, das andere meine hochpersönliche Einstellung. Ich habe als Therapeut kein Recht darauf, die Gesellschaft bezüglich ihrer Erwartungshaltung zu werten und die Gesellschaft sollte fähig sein, zu akzeptieren, dass ich ihrem Anspruch zwar nachkomme, aber sie mich nicht persönlich ändern können. "Du tust etwas, woran Du nicht glaubst?" Nein. Ich tue etwas, woran ich glaube. Ich tue etwas, weil mich z.B. die Arbeit fasziniert und übernehme die Verantwortung, die diese Tätigkeit mit sich bringt (also jetzt nicht mehr in der Notfallmedizin, das war mal, momentan mache ich dinge, die meine Ideale spiegeln, trotzdem Präsens, klingt besser). Ich wäre ein Lügner, wenn ich behaupten würde, ein diesbezüglich Idealist zu sein. Insofern ist mein Ideal überpersönlich und das o.g. gilt auch nur für diese krassen Fälle.
Für mich selbst erübrigt sich diese Frage nach Freitod, weil ich keinen Sinn darin sehe, etwas zu kontrollieren, was sowieso vorprogrammiert ist. Es ist meiner Meinung nach eine Illusion, dass man durch eine außerordentlich gesunde Lebensführung den Tod hinauszögern kann. Dafür habe ich zuviele solcher jungen Leute sterben sehen. Es kann aber einem ein unglaublich gutes Lebensgefühl geben, fit zu sein (mir z.B.).
So nebenbei: 42? das ist der zweimonatige Verhütungszyklus einer Frau. Was ist denn das für eine Frage? "Was ist 42?". Das ist doch eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens (Adams, ist ein Buch mit Seiten).
Mittwoch, 20. Mai 2009
Freitag, 20. März 2009
Stufenbett, Tiger Balm, heiße Rolle und eine Bestellung
"Er ruft an... er sei in München. Wie auf einem überdimensionalem Bildschirm sehe ich den Raum, in dem er sich aufhält. Alles ist rot, wunderschöne Tapeten mit Mustern, alte Möbel, aber alles, was aus Stoff und Leder ist, ist tiefrot. Er rennt mit dem Telefon in der Hand wie ein Wahnsinniger im Zimmer herum. "Sie hat etwas bestellt", sagt er. "Es soll in einer Woche kommen. Dann schnappt die Falle für mich zu". Er ist panisch, er erzählt von seinen schrecklichen Lendenwirbelsäulenschmerzen und fragt mich, was er dagegen machen soll. Ich bin eher emotionslos: "Stufenbett, Tiger Balm, heiße Rolle", antworte ich. Dann erzählt er, dass er dabei ist, seinen Job zu verlieren. Ihre "Bestellung" mache ihm die Rückenschmerzen. Er möchte es nicht haben. Ich bin immer noch emotionslos und frage mich, warum er gerade mir so etwas erzählt. Zwischen meinem "Raum" und seinem poppt sie auf einmal hervor, auch mit einem Telefon in der Hand. Sie ist wie eine Schaffnerin oder eher wie eine Polizistin angezogen, sehr verspannt und läuft ebenfalls hin und her. Sie telefoniert gerade mit der "Bestellannahme". "Nein! Nein" Nein! Es muss in einer Woche da sein!!! Wehe es verspätet sich". Dann merkt sie, immer noch ohne uns zu sehen, dass er mit mir Kontakt aufgenommen hat. Sie verliert die Kontrolle und fängt an, so richtig auszurasten und befiehlt ihm aufzulegen (immer noch am Telefon). Sie würde sonst die Bestellung rückgängig machen. Er faltet hoffnungsvoll die Hände, traut sich aber nicht, etwas zu sagen. Anscheinend soll ich das übernehmen, na-na-na, das machst Du schön selbst. Er weint und fragt mich erneut, was er tun soll. "Wie ich schon sagte: Stufenbett, Tiger Balm, heiße Rolle", mir ist die Story egal, aber so langsam bekomme ich doch Mitleid mit ihm. "Nein", schreit er, "wegen ihrer Bestellung, wie kann ich das aufhalten...was kann ich dagegen tun?". "Stufenbett, Tiger Balm, heiße Rolle", mehr fällt mir wirklich nicht ein. "Und wenn alles nichts hilft, dann trink doch Lemongrasstee", ergänze ich. Ich weine auch, aus Mitleid und lege auf.
Donnerstag, 19. März 2009
Mum?
Ich träume von ihr, nachdem mir klar geworden ist, dass ich mich in sie verliebt habe. Sehr vertrackte Situation, denn in der Konstellation mit ihrem Partner und meinem, ist es purer Horror, er (ihrer) ist ja sehr zwanghaft und neigt bei Kontrollverlust unvorgesehene Dinge zu machen, es fühlt sich dann so an, als würde er einen am liebsten tot sehen, exekutieren. Ich halte mich von ihnen fern, denn mir sieht man Verliebtsein sofort an. Zurück zum Traum. Sie ist in meiner Wohnung. Ich frage sie, was das Ganze soll, warum ausgerechnet sie? Will ich etwas kontrollieren oder zerstören, frage ich mich selbst...geht es mir darum, zu siegen? Meine Gefühle sagen mir aber etwas anderes als mein Kopf, sie sind viel reiner, nein es ist die Liebe, aber sie fühlt sich nicht mehr so an wie früher. Mir wird bewusst, dass wahre Liebe kein Geschlecht kennt, sie ist universal und ich fühle mich nicht wie eine Lesbe. Ich frage sie, wie es ihr geht. Sie sagt, das mit mir käme für sie in der menschlichen Realität nicht in Frage. Sie hätte es bis heute nicht geschafft, ihren Machtanspruch an ihre Partner zu überwinden. Sie habe einen Weg gefunden, wie es gut funktioniert und den Mann dazu. Ich möchte wissen, was das für ein Weg sein soll. Sie sagt, dass sie sich wie eine Prinzessin fühle. Sie sei charmant, kommunikativ und wisse, "wo die Luft warm rauskäme". Sie habe sich wieder jemanden ausgesucht, dem sie das Gefühl gäbe, ein König zu sein und habe ihm geholfen, sein Leben so zu regeln, dass er ihr ein gutes Leben ermöglichen kann, damit sie endlich ihr zur Ruhe kommen kann. Dabei wisse sie, dass sie die wahre Königin sei. Eher sein will. Ich frage nochmal nach: So blöd kann er nicht sein. Sie lacht...Du selbst weisst es besser als ich mit den schizoiden Persönlichkeitsstörungen. Sie haben ein Kopflabyrinth, ich habe mich da durchgekämpft. "Wie denn das?" Ich bin baff. Na ja, sagt sie. Er beobachtet lange, er entscheidet erst dann, wenn er sicher ist, dass er einen kontrollieren kann und dass die Person ihm "ergeben" ist, auch wenn er im Zwischenbewusstsein erstrebt, von der Frau den Weg vorgegeben zu bekommen. Er baut über mich eine Brücke zu der Gesellschaft, die ihm erstrebenswert erscheint. "Benutzt er Dich?". "Na ja", sagt sie nochmal, "ich würde es Geschäft nennen". "Was ist mit Liebe?", ich bin verstört. "Das ist Liebe, für uns. Er ist so etwas wie ein Sohn", entgegnet sie. "Und warum verliebe ich mich in Dich? Du könntest mich nie manipulieren". "Du bist wie eine Tochter", kommt die überraschende Antwort. "Das muss ich erstmal sacken lassen", ich bin wirklich verstört. Was habe ich denn für einen queren Ödipuskomplex ( mein Verstand ist wieder da). Trotzdem fühle ich die Liebe zu ihr. Es fühlt sich frei an, frei, weil ich anscheinend etwas in mir überwunden habe...etwas, was mit ihr oder ihm nicht wirklich zu tun hat. Das, was sie wohl nicht macht...Die Überwindung des Egos, der Macht und der Kontrolle. Ich komme mir so vor, als sei ich sein gesamtes ungelebtes seelisches Potenzial und dass sie mich in der Realität deswegen nur bekämpfen würde. Ich entscheide mich, sie loszulassen. Ihre ist nicht meine Welt und soll es auch nie werden. Ich kann nicht zurück... nicht nachdem ich diese Liebe gefühlt habe.
Donnerstag, 29. Januar 2009
Translation
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Alte Seelenfreundin aus längst vergangenen Seelenleben wieder gesehen neulich... Was für "Umwege" passieren müssen, damit man wieder einander "findet". Der Knoten, der uns entzweite, ist wohl auch gelöst, denn diese Begegnung hätte sonst eher Magenschmerzen (als Mensch) bereitet. Sie ist noch nicht da, wo sie sein könnte, denn sie löst gerade einen anderen Knoten in ihrem Leben. Die Polarisation von positiver und negativer Energie und ein wenig (niedliche) Manipulation und das Spielen mit altem, esoterischen Wissen, was nicht mehr in meine Welt gehören kann... das passt nun mal in die Welt, in der sie sich noch aufhält. Aber ich habe ihre Entscheidung der Seele gesehen, sie wird definitiv weiter gehen. Es ist schön, diese alte Freundschaft wieder zu fühlen...es erinnert an die Tiefe, die man gemeinsam hatte, denn man ist sich im Grunde auch ebenbürtig. Alles, was drumherum in der Zwischenzeit so passiert ist, macht auf einmal einen Sinn. Schön, einfach nur schön. Es muss nicht mal etwas passieren, es ist schön, das noch mal zu fühlen.
Die Translation des Seelenwunsches ( nein nicht Intuition oder Kopf oder Herz) in mein menschliches Bewusstsein klappt sehr gut. Die U.S.A. sagen "Na, komm mal rüber, wir haben Arbeit für Dich hier":). Mir ist klar, dass ich dort eher eine "Auszeit" hätte und meine gesamte Kreativität ausleben würde. Hier zu bleiben würde mich direkt in die Verwirklichung meiner Lebensvision führen. Also die Entscheidung fällt mir nicht schwer, denn nichts kann verloren gehen, weil die Zeit unwichtig ist. So oder so, ich werde die Entscheidung meiner momentanen Richtung gemäß treffen können, wenn es wirklich darauf ankommt.
Ich wünsche jedem diesen Frieden an jenem Ort, wo man sein Leben ändern kann, wie man es will...Ich habe endlich einen Mann gesehen, der auch dort war, man erkennt sich sofort gegenseitig. Noch sind da nicht viele und diese Begegnung hat mich auch sehr glücklich gemacht...wir mussten einander nicht erklären, was da ist...keine Religion, keine Philosophie, nichts, woran man sich festhalten kann, führt einen dorthin, sondern nur das eine: die Entscheidung, man selbst sein und es exprimieren, in dem man einfach nur ist...
PS: Herz meldet sich und Gänsehaut im ersten Abschnitt? Dann bist Du genau richtig gelandet hier:)
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Alte Seelenfreundin aus längst vergangenen Seelenleben wieder gesehen neulich... Was für "Umwege" passieren müssen, damit man wieder einander "findet". Der Knoten, der uns entzweite, ist wohl auch gelöst, denn diese Begegnung hätte sonst eher Magenschmerzen (als Mensch) bereitet. Sie ist noch nicht da, wo sie sein könnte, denn sie löst gerade einen anderen Knoten in ihrem Leben. Die Polarisation von positiver und negativer Energie und ein wenig (niedliche) Manipulation und das Spielen mit altem, esoterischen Wissen, was nicht mehr in meine Welt gehören kann... das passt nun mal in die Welt, in der sie sich noch aufhält. Aber ich habe ihre Entscheidung der Seele gesehen, sie wird definitiv weiter gehen. Es ist schön, diese alte Freundschaft wieder zu fühlen...es erinnert an die Tiefe, die man gemeinsam hatte, denn man ist sich im Grunde auch ebenbürtig. Alles, was drumherum in der Zwischenzeit so passiert ist, macht auf einmal einen Sinn. Schön, einfach nur schön. Es muss nicht mal etwas passieren, es ist schön, das noch mal zu fühlen.
Die Translation des Seelenwunsches ( nein nicht Intuition oder Kopf oder Herz) in mein menschliches Bewusstsein klappt sehr gut. Die U.S.A. sagen "Na, komm mal rüber, wir haben Arbeit für Dich hier":). Mir ist klar, dass ich dort eher eine "Auszeit" hätte und meine gesamte Kreativität ausleben würde. Hier zu bleiben würde mich direkt in die Verwirklichung meiner Lebensvision führen. Also die Entscheidung fällt mir nicht schwer, denn nichts kann verloren gehen, weil die Zeit unwichtig ist. So oder so, ich werde die Entscheidung meiner momentanen Richtung gemäß treffen können, wenn es wirklich darauf ankommt.
Ich wünsche jedem diesen Frieden an jenem Ort, wo man sein Leben ändern kann, wie man es will...Ich habe endlich einen Mann gesehen, der auch dort war, man erkennt sich sofort gegenseitig. Noch sind da nicht viele und diese Begegnung hat mich auch sehr glücklich gemacht...wir mussten einander nicht erklären, was da ist...keine Religion, keine Philosophie, nichts, woran man sich festhalten kann, führt einen dorthin, sondern nur das eine: die Entscheidung, man selbst sein und es exprimieren, in dem man einfach nur ist...
PS: Herz meldet sich und Gänsehaut im ersten Abschnitt? Dann bist Du genau richtig gelandet hier:)
Mittwoch, 1. Oktober 2008
13
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für Cem
Ihr müsst jetzt schon nach oben schauen, um in meine Augen blicken zu können.
Ich habe sie offen gelassen...für Euch. Blickt ruhig hinein. Was fühlt ihr?
Ich habe sie offen gelassen...für Euch. Blickt ruhig hinein. Was fühlt ihr?
Fühlt ihr mich? Euch? Nein? Ja? Stehen mir Mamas Nylonstrümpfe? Nicht?
Und ihr Lippenstift? Magenta. Er mochte es. An mir. So absurd? Dass
Ihr nicht mal auf die Idee kommt, mich abzuhängen? Meine Augen sind offen, ich
sehe alles. Ihr steht alle um mich herum...seit einer Viertelstunde und starrt mich an.
Seht Ihr mich überhaupt? Mami, Du weinst?
Wir stehen in diesem Raum. Es ist ein noch nicht fertig gebautes Einfamilienhaus. Hässlich, geistlos, kann mir egal sein, ist es auch. Ich fasse es nicht. Eine ganze Familie steht um den Erhängten herum und starrt ihn an. Mutter, Vater, vermutlich zwei Geschwister. Sogar hier riecht es nach Plattenbau, gemischt mit dem Fäkaliengeruch des Hängenden. Der Junge ist so zierlich, dass die Sonne fast durch ihn scheint. Wir bitten alle zur Seite. Einer von den Sanitätern hält den Jungen und ein anderer hängt ihn ab. Er hat einen Gürtel benutzt, Schlangenleder. Mit Stil gehen wir unter. Er ist noch warm, aber es ist zu spät. Das Weiß der Augen ist rot, die Pupillen durch den hypoxischen Hirnschaden weit und entrundet. Es gibt wohl einen Unterschied zwischen Magenta und Dunkelmagenta. Der verschmierte Lippenstift beansprucht den dunkleren Ton im Gegensatz zur Röte oberhalb des Gürtels um den Hals.
Ich entscheide mich gegen die Ableitung eines Nulllinienelektrokardiogramms, um einen Todeszeitpunkt festzulegen.
Tschaikowski bei Gehirntumoren . Bei Traumachirurgie Goldfrapp. Geht hier schlecht. "Strict Machine" hämmert es in meinem Kopf. Ich bin jetzt eine Maschine. Alles, was ablenkt, gleitet weg. Die selbstmitleidsbehafteten Mienen der Familienangehörigen, die Ricky Martin- Poster an den Wänden, der geduldige, selbstsichere Sensemann neben mir...
Der Kehlkopf ist anscheinend zertrümmert, aber er lässt sich problemlos intubieren. Alles geht problemlos. Innerhalb weniger Minuten ist der Junge "verkabelt". Ein Sanitäter fängt nach der Intubation mit der Herzdruckmassage an. Nichts am Zustand des Jungen ändert sich. Höchstwahrscheinlich ist der Großteil des Blutes schon geronnen, er hing ja auch hinreichend lange an der Decke. Unter anderen Umständen hätte man nach einer halben Stunde aufgehört. Hier nicht. Es ist jedem von uns klar, dass der Junge tot ist. Ich schaue mein Team an. Sie wirken wirklich verzweifelt, sind aber konzentriert bei der Sache. Ich bringe es nicht über's Herz, sie aufzuhalten. Wir verbrauchen alles aus unseren Koffern. Dann erst kann ich terminieren. Logik ist heute zweitrangig. Das wird keiner vergessen können. Sie kennen die Familie. Ich sage dem Vater, dass wir nun aufhören werden. Er nickt. Immer noch verkniffen, sein Mund. Man darf Eltern niemals hinausschicken. Sie müssen immer zusehen, dass man alles für ihr Kind macht, hat man uns bei der Ausbildung gesagt. Was ist eigentlich schlimmer für Eltern? Ich weiß es nicht, ich habe keine Kinder, aber ich würde auch dabei bleiben wollen. Wir ziehen den Tubus heraus und versuchen die Augen zu schließen. Geht nicht.
Ihr schaut mich an. Aber ich sehe Euch. Mami, Du weinst?
In diesem Moment des eindringlichsten Selbstausdruckes dieses Kindes möchte ich meinem Menschlichkeitsauftrag diesmal nicht gerecht werden. Ich möchte diese Familie jetzt nicht begleiten nach dem Tod ihres Sohnes. Davor liebend gern. Ich möchte sie nicht trösten. Ich möchte der Mutter kein Valium geben, damit sie sich weiter abschirmen kann. Ist der Sensemann kalt oder bin ich es? Ein Glück, dass man einen Pfarrer anrufen kann. Er kommt sehr schnell. Mit ihm gemeinsam stellen wir der Familie erst mal faktische Fragen. Ja, er war "tuntig", sagt der Vater, er hatte auch mal Stubenarrest, weil er sich mit diesem einen Typ rumtrieb. Mami weint. Ob sie jemals wieder Magenta auf ihren Lippen tragen wird? "Dieser Typ" habe aber ihn zurückgewiesen am Vortag; der Junge wurde melancholisch und der Vater hat ihn daraufhin noch mal "zurechtgewiesen". "Boys will be Boys". Ob die Mutter jemals wieder Nylonstrümpfe vermissen wird? Die Kriminalpolizei ist auch eingetroffen. Meine Jungs sind an den Wagen und rauchen. Eigentlich mache ich immer direkt nach schweren Einsätzen eine Sofortsupervision - Haben wir etwas übersehen? Was kann man optimieren? Fühlt Ihr Euch gut geführt von mir oder fehlt Euch etwas? Wie fühlt Ihr Euch?-. Diesmal nicht. Wir sehen uns alle lange an, aber keiner hat Lust, zu reden. Wir leuchten orange in der Abendsonne in unseren wir-retten-alles-Klamotten. Man könnte uns auch mit der Müllabfuhr verwechseln. Einen Moment lang denke ich, könnte ich auch tauschen. Wir fahren zurück. Die Jungs füllen die Koffer wieder auf und hängen sich vor den Gemeinschafts-TV. Ich glaube, es läuft wieder eine dieser Arztserien. Nein, danke, die sind mir zu dramatisch.
Donnerstag, 25. September 2008
Der Schuss in das eigene zarte Frauenknie ( Teil I )
Emanzipation. Was für ein unästhetisches Wort. Vielleicht ist die Phonetik auch ein Grund, dass ich mich nie mit diesem Begriff anfreunden konnte. In unserer Zeit über Wörter wie Emanzipation und Gleichstellung nachdenken zu müssen, empfinde ich persönlich als sehr lästig. Natürlich; es gibt unterdrückte Frauen. Es gibt staatlich abgesegnete Misshandlung von Frauen. Es gibt subtile Frauenfeindlichkeit in so genannten klassischen männerdominierten Berufen und es gibt auch (meiner Meinung nach meist halt- und hirnlose) Gender- Forschung, die durch ihren Inhalt die Entwicklung in der Köpfen mehr zurückwirft als legale Prostitution. Mal ehrlich, egal ob eine Publikation bei Science oder Nature erscheint... die meisten müssten doch wissen, warum eine Redaktion eine eingereichte Arbeit für einen Druck Wert hält. Die meisten Publikationen dieser Art beziehen sich auf in vitro- Versuche oder ein kleines randomisiertes Kollektiv an Versuchsobjekten.
Es ist ja schön und gut, dass sich die Frauen anderthalb Generationen vor uns aufgebäumt und sich zusammengeschlossen haben. Es ist gut, dass sie damals auch mal radikale Wege beschritten haben, um etwas zu bekommen, was eigentlich selbstverständlich sein müsste. Es ist gut, dass sie für etwas gekämpft haben, was bei ihren gluckenhaften Geschlechtsgenossinnen mehr auf Widerstand gestoßen ist als bei ihren Männern. Bei der Weiterführung dessen haben wir aber versagt. Uns stünde jetzt vielleicht die Aufgabe zu, die Detonationsopfer von damals zu verbinden, sie wieder liebevoll aufzufangen und die Radikalität, die in den Gehirnen vieler noch besteht, in sanftere Bahnen zu lenken. Vor allem bei den Männern, die durch so viel aufgestauten Hass ihnen gegenüber, sich zu so genannten androgyne assholes entwickelt haben und den angeblich so starken Jetzt- Zeit- Frauen mit ihrem Weichei- Grauzonendasein mächtig auf den Keks gehen. Von den weiterhin existenten testerondurchtränkten Primaten kann man sich ja besser abgrenzen. Ja, in sanftere Bahnen. Wer sagt denn, dass Frauen sich immer noch zusammenschließen müssen, um ihre Forderung nach Kind, Karriere und Freizeit durch zu setzen. Ist es wirklich nötig, den Männerclubs ein Gegengewicht auf derselben Ebene zu bieten? Kinder haben zu wollen, ohne auf die Karriere zu verzichten, ist meiner Meinung nach nicht zwangsläufig ein Zeichen von wahrer Emanzipation. Das kann auch Minderwertigkeitskomplexen entspringen. Vorzeigefrauen auf einer Webseite zu zeigen, hat auf mich den gleichen Effekt wie dieses Foto. Nichts gegen den wissenschaftlichen Inhalt und den schönen beruflichen Lebensläufen, denn so sollte es ja sein.
Meine Frage ist: sind wir immer noch so rückständig, dass wir Interessengemeinschaften brauchen, um etwas zu propagieren, was wir für selbstverständlich halten? Der Teufel steckt doch im Detail. Was im Alltag wirklich gelebt und exprimiert wird, bedarf doch keiner Werbung. Man findet auch so Menschen, die ähnlich denken, fühlen und dieses auch leben. Nur so kann man sanft die Welt verändern. Selber vorleben.
Muss es denn wirklich sein, dass wir die Forderung stellen, nicht wie ein Mann sein zu müssen und trotzdem mit der Macht spielen wollen. Ja, Macht. Da es immer noch Damen gibt, die jammern, sie seien vollkommen hilflos, sage ich denen: selber Schuld. Frauen haben natürliche Macht. Sie bekommen Kinder und können ihre Erziehung so verkorksen, dass sie dieser Welt subtile Chauvinisten – sowohl Töchter als auch Söhne- schenken. Sie können ihren Mann psychisch so misshandeln, dass er denkt, er wird sie nicht los, ohne ausgenommen zu werden wie eine Weihnachtsgans oder dass er das eventuell ungreifbare Gefühl hat, er verlöre ein Elternteil, wenn sie ihn verlässt. Sie können Männer jederzeit der sexuellen Belästigung bezichtigen, so bald er ihre Schulter anfasst. Sie haben die subtileren Waffen. Da kann ein Mann schon in arge Bedrängnis kommen, wenn sich eine Dame so „weiblich“ verhält. Und dazu auch noch behauptet, sie sei hilflos. Und und und...
Ich denke, dass wir Frauen über das Ziel hinausgeschossen haben...direkt in unser eigenes Knie.
Da dieses Thema sehr vielschichtig ist und sich in allen Lebensbereichen niederschlägt, würde ich es gerne in mehrere Artikel aufteilen und nach Lust und Laune weiter schreiben. Liegt mir am Herzen, dieses Thema.
Es ist ja schön und gut, dass sich die Frauen anderthalb Generationen vor uns aufgebäumt und sich zusammengeschlossen haben. Es ist gut, dass sie damals auch mal radikale Wege beschritten haben, um etwas zu bekommen, was eigentlich selbstverständlich sein müsste. Es ist gut, dass sie für etwas gekämpft haben, was bei ihren gluckenhaften Geschlechtsgenossinnen mehr auf Widerstand gestoßen ist als bei ihren Männern. Bei der Weiterführung dessen haben wir aber versagt. Uns stünde jetzt vielleicht die Aufgabe zu, die Detonationsopfer von damals zu verbinden, sie wieder liebevoll aufzufangen und die Radikalität, die in den Gehirnen vieler noch besteht, in sanftere Bahnen zu lenken. Vor allem bei den Männern, die durch so viel aufgestauten Hass ihnen gegenüber, sich zu so genannten androgyne assholes entwickelt haben und den angeblich so starken Jetzt- Zeit- Frauen mit ihrem Weichei- Grauzonendasein mächtig auf den Keks gehen. Von den weiterhin existenten testerondurchtränkten Primaten kann man sich ja besser abgrenzen. Ja, in sanftere Bahnen. Wer sagt denn, dass Frauen sich immer noch zusammenschließen müssen, um ihre Forderung nach Kind, Karriere und Freizeit durch zu setzen. Ist es wirklich nötig, den Männerclubs ein Gegengewicht auf derselben Ebene zu bieten? Kinder haben zu wollen, ohne auf die Karriere zu verzichten, ist meiner Meinung nach nicht zwangsläufig ein Zeichen von wahrer Emanzipation. Das kann auch Minderwertigkeitskomplexen entspringen. Vorzeigefrauen auf einer Webseite zu zeigen, hat auf mich den gleichen Effekt wie dieses Foto. Nichts gegen den wissenschaftlichen Inhalt und den schönen beruflichen Lebensläufen, denn so sollte es ja sein.
Meine Frage ist: sind wir immer noch so rückständig, dass wir Interessengemeinschaften brauchen, um etwas zu propagieren, was wir für selbstverständlich halten? Der Teufel steckt doch im Detail. Was im Alltag wirklich gelebt und exprimiert wird, bedarf doch keiner Werbung. Man findet auch so Menschen, die ähnlich denken, fühlen und dieses auch leben. Nur so kann man sanft die Welt verändern. Selber vorleben.
Muss es denn wirklich sein, dass wir die Forderung stellen, nicht wie ein Mann sein zu müssen und trotzdem mit der Macht spielen wollen. Ja, Macht. Da es immer noch Damen gibt, die jammern, sie seien vollkommen hilflos, sage ich denen: selber Schuld. Frauen haben natürliche Macht. Sie bekommen Kinder und können ihre Erziehung so verkorksen, dass sie dieser Welt subtile Chauvinisten – sowohl Töchter als auch Söhne- schenken. Sie können ihren Mann psychisch so misshandeln, dass er denkt, er wird sie nicht los, ohne ausgenommen zu werden wie eine Weihnachtsgans oder dass er das eventuell ungreifbare Gefühl hat, er verlöre ein Elternteil, wenn sie ihn verlässt. Sie können Männer jederzeit der sexuellen Belästigung bezichtigen, so bald er ihre Schulter anfasst. Sie haben die subtileren Waffen. Da kann ein Mann schon in arge Bedrängnis kommen, wenn sich eine Dame so „weiblich“ verhält. Und dazu auch noch behauptet, sie sei hilflos. Und und und...
Ich denke, dass wir Frauen über das Ziel hinausgeschossen haben...direkt in unser eigenes Knie.
Da dieses Thema sehr vielschichtig ist und sich in allen Lebensbereichen niederschlägt, würde ich es gerne in mehrere Artikel aufteilen und nach Lust und Laune weiter schreiben. Liegt mir am Herzen, dieses Thema.
Dienstag, 23. September 2008
Pferd gestohlen
Liebe Narzissten, Sadomasochisten, Voyeure, Spiegeleier, Politiker: bitte auch diesmal ohne Gewissenbisse weiterklicken, es sei denn, Ihr habt dieses Pferd gesehen und nicht wieder nur davon geträumt.
Alle anderen -auch lieben- Leser, das ist mal etwas anderes:
Ihr Pferd Laskan wird vermisst.
Doc Sarah Schons bittet um Mithilfe.
Danke.
Danke.
Samstag, 20. September 2008
Amsterdam
als Lebensmittelpunkt? Die Organisation dessen macht mir ein wenig Sorgen. Was gar nicht geht: kein Holländisch können. Versuche jetzt, die Sprache zu lernen und bin schon überfordert, denn es gibt ja noch mehr zu tun als das. Zusammengezählt lebe ich seit 26 Jahren in good old Germany und habe einige Städte mitgenommen. Auf die Frage, ob man in kurzer Zeit Metropole kennen lernen kann: Ja, das geht und nicht nur geographisch und kulturell. Kommt darauf an, ob man sich einlassen kann auf die Atmosphäre, die man einatmet. Hamburg ist und bleibt meine deutsche Lieblinggroßsstadt. Hier und sekundär in Berlin habe ich die interessantesten Kontakte geknüpft. Es fehlt mir hier an nichts, nur die Liebe sitzt in Amsterdam. Mal schauen, vielleicht muss ich gar nicht umziehen. Wollte mich eigentlich mal richtig verwurzeln.
Sonntag, 24. August 2008
Samstag, 23. August 2008
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